Piehnat

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Upcycling Teil 579 - Dell Optiplex 3046

Ein schwarzer Dell OptiPlex Computer steht auf einem weißen Regal. Über die Vorderseite des Gehäuses hängt ein grüner Razer-Kopfhörer, auf der Oberseite des PCs sitzt eine kleine weiße Plüschschaf. Unter und hinter dem Gerät leuchtet eine pinke LED-Beleuchtung. Im linken Vordergrund ist ein Longbard zu erkennen, rechts daneben liegen kleine Pixel-Art-Deko-Figuren aus Perlen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht viel davon halte, funktionierende Technik einfach in den Müll zu klatschen, nur weil irgendwo ein neues Modell mit einer höheren Zahl auf der Verpackung liegt.

Nachdem die Frau und ich es tatsächlich mal geschafft haben, unsere Küche so umzubauen, dass wir unsere Mahlzeiten dort reinschaufeln und nicht mehr wie die letzten 10 Jahre auf dem Sofa in der Stube sitzen, fehlte eigentlich nur noch etwas Unterhaltung für den dort schon seit Jahren an der Wand hängenden, aber genauso lange unbenutzten Monitor.

Der alte Waipu Stick, der dort noch dran hing, wollte allerdings nicht mehr so richtig mitspielen. Seit 5 Jahren keine Updates mehr gesehen und quälend lahm. Besonders lustig war seine permanente Meldung, dass das nächste Update 7 GB groß wäre, aber leider nicht installiert werden könne, weil nicht einmal 1 GB Speicher frei sei.

Sicher hätte ich das Teil neu aufsetzen oder mich von Update zu Update hangeln können, aber irgendwann ist auch wirklich mal Schluss. Wenn ein Gerät bei jedem Tastendruck ne halbe Gedenkminute einlegt, wird aus Fernsehen schnell Frust.

Zurück zum eigentlichen Thema. Als ich über den hier auf dem Foto zu sehenden Dell OptiPlex 3046 stolperte, der andernorts ausgemustert werden sollte, dachte ich mir, dass der vielleicht genau das richtige neue Leben vor sich hat.

Statt meinem bisherigen 50 Euro Alibaba Mini PC darf der Dell jetzt an meinen Fernseher und sich um das kümmern, was ich sowieso hauptsächlich damit mache. Browser auf, Streams schauen und fertig. Mit diesen ganzen komplett vernagelten Streaming Sticks konnte ich eh nie viel anfangen. Besonders wenn man bedenkt, wie grottig manche Apps laufen. Aber klar, Milliardenkonzerne wie die NBA haben natürlich nicht das Budget, um halbwegs brauchbare Anwendungen zu bauen.

Der kleine Mini PC zieht dafür in die Küche um und darf uns beim Essen bespaßen. Zusätzlich habe ich DORT jetzt endlich ein Gerät, auf dem beim Kochen nebenbei auch mal Staiy auf Twitch laufen kann, ohne dass ich dafür immer das kleine iPad missbrauchen muss.

Auf dem Dell läuft jetzt BunsenLabs, also ein Debian System mit Openbox. Schön minimal, aber trotzdem mit genug Komfort. Genau mein Ding. Eigentlich war ich anfangs etwas skeptisch, ob der i5 6500 mit seiner integrierten Grafik und den 4 GB RAM für Browser Streaming reicht. Aber die Kiste rennt. Eine fast neue 128GB SSD steckt auchg drin.

Auch beim Stromverbrauch war ich gespannt, immerhin läuft so ein Gerät dann doch einige Stunden am Tag. Gemessen habe ich 8 Watt im Leerlauf und 17 Watt mit laufendem Stream im Browser, passt also.

Das einzige, was nicht direkt wollte, war die typische Linux Kleinigkeit, über die man dann doch mal kurz stolpert. Bild über HDMI war sofort da, aber der Ton wollte partout nicht.

Dabei war die Hardware gar nicht das Problem. Die Intel Grafik kann den Ton problemlos über HDMI ausgeben und der HDMI Ausgang wurde vom System auch erkannt. Das Problem lag in der Audioverwaltung von Linux. PipeWire hatte die vorhandenen Anschlüsse zwar gefunden, aber nicht das passende Audio Profil aktiviert. Nach dem Umschalten auf das passende Profil war der HDMI Ausgang dann auch für Audio verfügbar.

Eine Baustelle, die ich von BunsenLabs aufm Mini PC schon kannte, tauchte dann auch beim Dell wieder auf. Der Compositor picom, der für Fenstereffekte, Transparenz und solche Spielereien zuständig ist, lief standardmäßig mit. Auf einem modernen Rechner vermutlich völlig egal, bei der Intel HD 530 im Dell beim Streamen aber eher kontraproduktiv.

Der Compositor legt sich zwischen Anwendung und Grafikausgabe. Statt dass der Browser das Bild direkt an den Bildschirm schicken kann, wird alles nochmal über diese zusätzliche Ebene verarbeitet. Für schicke Schatten und Animationen ganz nett, beim Videostreaming mit integrierter Grafik aber manchmal genau die zusätzliche Last, die man nicht braucht. Sobald picom aktiv war, fing der Browser bei Streams wieder an zu flackern. Also picom kurz im Autostart deaktiviert und zack Ruhe.

Bei den Codecs musste ich natürlich auch schauen, dass alles sauber läuft. H.264 ist dank Hardwarebeschleunigung kein Problem und auch H.265 beziehungsweise 8 Bit HEVC bekommt die Intel HD 530 hin. Zusammen mit Brave und h264ify läuft das Streaming deutlich entspannter als erwartet.

Und damit wieder 1 Gerät vor dem Elektroschrott gerettet, das eigentlich noch lange nicht fertig war.

Gebastelt

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