Die Kodak darf nochmal raus

Wie im ursprünglichen Beitrag geschrieben, will ich alle 3 Kameras irgendwann mal ausprobieren, sofern ich für die analogen Modelle noch bezahlbaren oder überhaupt noch passenden Film bekomme. Die Kodak EasyShare C913 haben wir gestern einfach mal auf dem Weg zur Paketstation mitgenommen. Die dabei entstandenen Fotos gibt es hier zu sehen.

Mal ehrlich, für eine mittlerweile volljährige Kamera macht das Teil ganz brauchbare Bilder. Beim Einschalten gab es allerdings direkt den kleinen Hinweis darauf, dass die Zeit nicht ganz spurlos an ihr vorbeigegangen ist. Beim Datum ist 2025 Schluss. Mehr Zukunft hat Kodak offenbar nicht vorgesehen, aber egal.

Die C913 kam 2008 mit einer UVP von 99,95 Euro auf den Markt und gehörte schon damals nicht gerade zur fotografischen Spitzenklasse. Meine bessere Hälfte ist allerdings überzeugt, dass sie dafür seinerzeit nur rund 50 Euro geblecht hat. Ob das der reguläre Preis war oder daran lag, dass ihr Vater Bon-Prix-Sammelbesteller war, lässt sich heute nicht mehr ermitteln.

Technisch reden wir über einen 9-Megapixel-CCD-Sensor, 3-fachen optischen Zoom, 2,4-Zoll-Display, internen Speicher und SD-Karten-Unterstützung. Also ziemlich genau die Sorte Digitalkamera, mit der man damals einfach Partys und sonstigen Alltag knipste.

Und genau das tat meine Frau damals mehr als ausgiebig. Die kleine Kodak war der treue Begleiter während ihrer Partyzeit und verewigte sie und ihre beste Freundin vermutlich ne Million Mal in den verschiedensten Posen und Zuständen.

Die gezeigten Fotos habe ich allesamt im Automatikmodus geschossen. Ich bin alles andere als ein Fotoprofi und von Dingen wie Komposition, Bildaufbau oder sonstigen fotografischen Kniffen habe ich ungefähr so viel Ahnung wie ein Goldfisch von Raumfahrt. Wer weiß, was er tut, dürfte aus dem Gerät vermutlich noch deutlich mehr rausholen. Mir ging es erstmal nur darum, sie einzuschalten und zu sehen, was nach all den Jahren noch aus ihr herauskommt und ob sie überhaupt noch funktioniert.

Und das Ergebnis gefällt mir tatsächlich. Natürlich nicht gestochen scharf und technisch Lichtjahre von aktuellen Kamera entfernt, aber definitiv brauchbar. Was ich richtig cool finde, ist dass das Ding in mir tatsächlich mehr Bock aufs Fotografieren weckt, als ich erwartet hätte.

Vielleicht wird die Kodak deshalb tatsächlich Teil meiner kleinen Reise weg vom Smartphone. Das nehme ich inzwischen sowieso kaum noch irgendwohin mit, weil meine Frau ihr Handy praktisch eh immer dabei hat. Beim Musikhören greife ich mittlerweile ebenfalls lieber zum MP3-Player. Der blinkt und bimmelt nicht, will nichts von mir und macht einfach genau eine Sache. Musik abspielen.

Vielleicht ist das bei Fotos ja ähnlich. Wenn ich bewusst Fotos machen möchte, nehme ich jetzt einfach die Kamera mit. Und vielleicht kommt ja irgendwann doch noch mal die Zeit, die seit ein paar Jahren im Regal liegende Nikon D3300 auszupacken, die mir meine Frau damals zum Geburtstag schenkte. Ich hatte seinerzeit tatsächlich den Ehrgeiz, mir das Fotografieren ein bisschen besser beizubringen und mich mit Youtube-Tutorials und Co. in die Materie einzuarbeiten. Dann kam die Krankheit dazwischen und aus ein paar Wochen wurden ein paar Jahre. Vielleicht wird es ja doch noch was…

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