Plex-Mediathek - Daten sichern
Stell dir vor: Dein Raspberry oder sonstiger Rechner fällt aus oder ein Fehler in der Plex-Datenbank löscht alles. Ohne Backup sind all deine Mühen dahin. Deshalb ist es essenziell, regelmäßig eine Sicherheitskopie deiner Plex-Daten anzulegen. Dabei geht es nicht nur um deine Filme und Serien, sondern auch um:
- Metadaten: Filmbeschreibungen, Bewertungen, Schauspieler, Cover-Art usw.
- Wiedergabestatus: Wo du gerade bei Filmen und Serien bist.
- Einstellungen: Deine persönlichen Servereinstellungen.
Die manuelle Methode: Einfach, aber nicht ideal
Die einfachste Methode ist, den Plex-Datenordner manuell zu kopieren. Unter Ubuntu findest du diesen Ordner standardmäßig hier:
/var/lib/plexmediaserver/Library/Application Support/Plex Media Server/
Wichtig:
- Kopiere den gesamten Inhalt dieses Ordners auf eine externe Festplatte oder in ein anderes sicheres Verzeichnis.
- Speichere die Kopie nicht im Original-Ordner.
- Stoppe den Plex-Dienst, bevor du die Daten kopierst, um Inkonsistenzen oder Dateisperren zu vermeiden.
Das machst du mit:
sudo systemctl stop plexmediaserver
Nach dem Kopieren startest du Plex wieder:
sudo systemctl start plexmediaserver
Anmerkung: Falls du Plex in einem Docker-Container oder in einer Virtual Maschine betreibst, können sich die Pfade unterscheiden. Überprüfe in solchen Fällen stets die tatsächlichen Datenpfade bzw. Volume-Mappings.
Automatisierte Backups unter Ubuntu
Manuelle Backups sind zwar möglich, aber auf Dauer mühsam. Hier zeige ich dir Tools und Skripte, mit denen du das Backup automatisieren kannst:
1. rsync: Das flexible Linux-Tool
Mit rsync kannst du deine Plex-Daten effizient und inkrementell sichern.
Beispiel-Bash-Skript:
#!/bin/bash
# Pfad zum Plex-Datenordner
SOURCE="/var/lib/plexmediaserver/Library/Application Support/Plex Media Server/"
# Zielordner (z.B. auf einer externen Festplatte oder einem Backup-Server)
DESTINATION="/pfad/zum/backup/ordner/PlexBackup-$(date +%Y%m%d)"
# Plex-Dienst stoppen
sudo systemctl stop plexmediaserver
# Backup mit rsync durchführen
rsync -av --delete "$SOURCE" "$DESTINATION"
# Plex-Dienst wieder starten
sudo systemctl start plexmediaserver
echo "Backup abgeschlossen: $(date)"
So richtest du es ein:
- Speichere das Skript z. B. als
plex_backup.sh. - Mache es ausführbar:
chmod +x plex_backup.sh
Plane es es dann mit cron ein, um regelmäßige Backups zu erstellen.
Cronjob-Beispiel:
Um das Skript täglich um 3 Uhr morgens auszuführen, füge folgenden Eintrag zu deinem Crontab hinzu:
0 3 * * * /pfad/zu/plex_backup.sh
2. Libretto: Metadaten extrahieren
Libretto ist ein Python-Skript, das deine Plex-Metadaten in CSV-Dateien exportiert, praktisch, wenn du deine Bibliothek in eine andere Software importieren möchtest.
Python installieren:
Falls noch nicht vorhanden, installiere Python:
sudo apt update && sudo apt install python3 python3-pip
Libretto herunterladen:
Klone das Libretto-Repository von GitHub (suche nach dem aktuell gepflegten Repository):
git clone https://github.com/deinbenutzername/Libretto.git
Konfigurieren:
Passe die Konfigurationsdatei (z. B. config.ini) mit deinen Plex-Serverdaten an.
Ausführen:
Navigiere in den Libretto-Ordner und führe das Skript aus:
cd Libretto
python3 libretto.py
Hinweis: Achte darauf, dass das Skript mit deiner Python-Version kompatibel ist und prüfe, ob es regelmäßig aktualisiert wird.
3. NAS-Lösungen: Integration unter Ubuntu
Falls du ein NAS (z. B. von Synology oder QNAP) zur Datensicherung nutzt, kannst du deine Plex-Daten auch dorthin sichern:
- Synology:
Nutze Hyper Backup, um dein NAS zu sichern – inklusive der Plex-Daten. - QNAP:
Verwende die nativen Backup-Lösungen wie Hybrid Backup Sync, die dir einen integrierten und zuverlässigen Backup-Prozess bieten.
Wichtige Tipps zum Schluss
- Regelmäßigkeit:
Erstelle Backups entsprechend der Häufigkeit, mit der du Änderungen an deiner Mediathek vornimmst. - Testwiederherstellung:
Überprüfe regelmäßig, ob die Wiederherstellung der Backups auch wirklich funktioniert. - Speicherort:
Bewahre deine Backups an einem sicheren Ort auf – idealerweise getrennt von deinem Plex-Server und, wenn möglich, verschlüsselt.