Revolt heißt jetzt Stoat – sonst ändert sich fast nix

Revolt, die Open‑Source-Alternative zu Discord, heißt seit einigen Tagen Stoat. Der Namenswechsel war rechtlich erzwungen, alles andere bleibt weitgehend unverändert. Server, Chats und Kontakte funktionieren wie vorher, ich hab nix verloren. Stoat bietet Text- und Voice-Channels, einfache Videoanrufe, Bots und Moderationstools, bleibt dabei Open Source, werbefrei und erlaubt Self-Hosting, wodurch ich deutlich mehr Kontrolle über meine Daten als bei Discord habe.

Im Vergleich zu Discord punktet Stoat vor allem bei Datenschutz und Nutzerkontrolle. Werbung gibt es nicht, Paywalls sind unbekannt, die Community wird aktiv in die Weiterentwicklung einbezogen und ich bekomme nicht permanent Halloween Kostüme für meinen Avatar oder ähnlichen Bullshit aufgequatscht.

Trotzdem ist die Plattform noch nicht vollständig ausgereift. Windows, macOS und Linux Apps gibt es. Android und iOS Apps sind verfügbar, befinden sich aber noch im Beta-Status, einige Bugs sind bekannt, und Funktionen wie Screen-Sharing oder größere Gruppen-Videochats fehlen derzeit noch. Außerdem gibt es noch keine standardmäßige End-to-End-Verschlüsselung, nur optionale „Secret Chats“. Stoat kann zudem auf Drittanbieter-Server zurückgreifen, etwa für Hosting oder Push-Benachrichtigungen. Das bedeutet, dass Verbindungsinformationen, also wer mit wem kommuniziert und wann theoretisch von diesen Servern eingesehen werden könnten, während die Nachrichteninhalte selbst verschlüsselt bleiben.

Wer maximale Kontrolle und Datenschutz schätzt und sich von Big Tech lösen will, findet in Stoat eine interessante Alternative. Wer hingegen auf ausgereifte Apps, viele Features und die komplette Funktionalität von Discord angewiesen ist, sollte wissen, dass Stoat mit nach eigener Aussage derzeit rund 600 000 Usern noch ein Nischenprodukt ist. Klein, aber wachsend und sauber.

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